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Flüchtlinge:


Nach meiner ersten erfolgreichen Verpaarung und dem darauffolgendem Kokon meine Brachypelma albopilosum habe ich mich dazu entschlossen, diesen bis zum bitteren Ende bei ihr zu lassen. Als ich der Meinung war, es könnte so langsam an der Zeit sein das sie diesen öffnet verpackte ich Teilbereiche des Terri in Damenfeinstrumpfhosen (meiner Mam`sei Dank). Sämtliche Lüftungsbleche waren perfekt abgedeckt.
Eines morgens, zum Glück ein Samstag stand ich um 8.00 Uhr auf und bewegt mich, noch ganz verschlafen, Richtung Wohnzimmer. Im Flur erstarrte ich. Wohin ich auch sah, überall Spiders. Flur, Kinderzimmer, Badezimmer und Küche waren komplett belagert. Mir ging nur noch ein "Oh Shit" über die Lippen. Knapp fünf Wochen standen in sämtlichen Bereichen Heimchendosen mit denen mein Schatz, Nicklas und Ich tag- täglich ein paar Flüchtlinge einsammelten. Meist kamen sie erst in den frühen Morgenstunden zum Vorschein.
Perfekte Verstecke waren die Zwischenräume vom Laminat und deren Sockelleiste. Ich wünschte, es wären Baumbewohner gewesen. Insgesamt haben wir 412 vergnügte Slings und 15 Todesfälle eingesammelt. Ob sich der eine oder andere unterm Laminat verlaufen hat bleibt offen.
Was passiert ist? Die Slings nahmen den Weg zwischen den Schiebescheiben und hatten vermutlich die halbe Nacht Zeit sich sich zu verdünnisieren.


Der Ausreißer:

Ist es eine Geschichte, oder ist es ein Gedicht? So richtig weiß ich es noch nicht.
Es hat sich wirklich zugetragen, da könnt Ihr meine Lasiodora striatus fragen.

Nach 4 Tagen musste ich mich fragen, was ist mir Ihr geschehen? Ich konn`t sie nicht mehr seh`n.

Was ist passiert, wo ist sie hin, ist sie in ihrer Höhle drin?
Ich dacht so, "Nun gut", sie wird sich wohl häuten oder sie ruht.

Eines morgens, Nicklas macht mich wach, "Du Papa, da ist eine Spinne an der Wand" und lacht.
Ganz verschlafen sagte ich, "Lass doch das Tier dort sitzen, man sieht hier ständig Weberknechte flitzen".

Er sagte, "Ich würde ja mal schauen, denn ich glaube Sie will abhauen.
Vor ein paar Tagen hast Du sie mir noch im Terri gezeigt, irgendwie hat sie sich wohl befreit?"

Mein Atem stockte, ich war hellwach, was hat sie an meiner Wand gemacht?
Wie kam sie dahin, wieso war sie nicht im Terri drin?

Ich fing sie wieder ein und setzte sie zurück, ich möchte meinen wir hatten Glück.
Vom Bett zur Wand haben uns 10 cm getrennt, wir haben anscheinend nebeneinander gepennt.

Bis heute weiß ich ehrlich nicht, wie sie es geschafft hat, wie sie ist entwischt.
Das Terri war immer verschlossen, es sei denn ich habe die Pflanzen gegossen.

Ist sie in diesem Moment ausgebrochen und hat sich dann ganz schnell verkrochen?
Wie dem auch sei, sie ist wieder da. Ist das nicht Wunderbar?